Andrea Schelbert

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Journalistin

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Er weiss, was Menschen unglücklich macht

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Martin BetschartErfolgscoach Martin Betschart (52) erklärt, wie Wohlstand entsteht. Er spricht über Klischees, Doppelmoral und „Bullshit fürs Hirn.“

„Ich muss nicht mehr arbeiten. Ich mache nur das, was mir Spass macht“, sagt Martin Betschart. Zum Zeitpunkt des Gesprächs ist er von seinen Ferien in Asien heimgekehrt. Seine braune Haut und seine entspanntes Lächeln zeigen, wie gut es dem gebürtigen Illgauer geht. Martin Betschart hat das geschafft, wovon viele Menschen träumen: Er ist glücklich und erfolgreich. Als Bestsellerautor, Coach und Experte für Erfolgs-Psychologie, Motivation und Menschenkenntnis hat er ein Millionenpublikum erreicht.

„Ich bin glaubwürdig“
Warum aber suchen so viele Menschen Rat und Unterstützung bei ihm? „Ich besitze die Fähigkeit, Menschen zu begeistern. Wenn ich sehe, wie sie sich weiter entwickeln, macht mir das riesigen Spass. Zudem bin ich glaubwürdig. Ich lebe das, was ich sage und halte nichts von Showelementen“, antwortet der 52-Jährige. Sein Ziel sei es, Menschen zu inspirieren und ihnen neue Möglichkeiten aufzuzeigen. „Wo andere Probleme und Schwierigkeiten äussern, sehe ich Chancen“, betont er. Viele Menschen würden in einem Erfahrungsgefängnis feststecken. Sie würden „diese schlimmen Sätze“ wie „Das geht doch nicht“ oder „Das macht man nicht“ ständig wiederholen. „Sie halten sich in ihrer bequemen Komfortzone auf, was unglaublich beschränkend ist. Die Hauptursache dafür sind ihre Ängste, die durch die permanenten Negativmeldungen noch gefüttert werden“, so Betschart.

Die Fakten aber seien anders: Nie zuvor sei es so vielen Menschen auf der Welt gut gegangen wie heute. Doch in vielen Hollywood Filmen oder Serien würden versteckte Botschaften und „Bullshit fürs Hirn“ transportiert. Etwa das Klischee, dass der Arme der gute Mensch und der Reiche der Böse sei. „Das führt zwangsläufig zu einer Armutseinstellung. Schaut man sich solche Filme nur zwischendurch an, ist das nicht dramatisch. Schlimm finde ich hingegen, wenn sich Menschen jeden Tag Seifenopern reinziehen und sich nicht bewusst sind, welche manipulativen Botschaften darin übermittelt werden. Die Menschen müssen wieder lernen, sich abzugrenzen.“

Überforderung durch Technik
Ein aktuelles Problem der Bevölkerung sei, dass sich viele nicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren könnten. „Ich stelle fest, dass zahlreiche Menschen mit den heutigen Technologien und Möglichkeiten überfordert sind. Sie haben nie gelernt, wie man Facebook oder WhatsApp richtig nutzt. Sie lassen sich ständig ablenken, sodass Abhängigkeiten entstehen.“ Auch das grosse Märchen von Multitasking sie ein Schwachsinn und lächerlich. Er zwinge sich viel mehr bewusst dazu, konsequent alle Geräte abzustellen, wenn er beispielsweise schreibe. „Tue ich das nicht, werde ich ständig unterbrochen und komme nicht vorwärts.“

Martin Betschart ist in Illgau geboren und aufgewachsen. An seine Kindheit erinnert er sich mit gemischten Gefühlen: „Die heile Welt und die Doppelmoral in Illgau habe ich bereits früh gespürt. Die vielen religiösen und gesellschaftlichen Zwänge sind mir schon damals aufgestossen. Es stört mich grundsätzlich, wenn anderen Menschen darüber entscheiden, wer ein guter und wer ein böser Mensch ist“, erklärt er. Die Verwurzelung zu seiner Heimat habe er nie intensiv wahrgenommen. „Ich finde es überall schön und faszinierend auf der Welt. In Illgau wäre es mir aber zu eng und abgelegen. Da ich viel reise, will ich in der Nähe eines Flughafens wohnen.“ Martin Betschart lebt mit seiner Frau Janet am Hallwillersee und in Mallorca. Den Winter verbringt das Ehepaar jeweils in Asien.

Wie Wohlstand entsteht
Der bekannte Coach sagt: „Immer dann, wenn der Mensch die Freiheit hat, sich zu entfalten, entsteht Wohlstand. Es liegt in der Natur der Menschen, dass er etwas erschaffen und entwickeln will. Es sind die Bürokratie, sinnlose Regeln und idiotische Ideologien, die das bremsen. 95 Prozent unserer Gesetze sind für 5 Prozent von Vollidioten gemacht.“ Die Tatsache, dass viele Schweizer trotz Wohlstand und Sicherheit unglücklich seien hänge damit zusammen, dass 80 Prozent der Bevölkerung den falschen Job ausübe und darum nicht motiviert sei. Er habe sich früh dazu entschieden, seinen eigenen Weg zu gehen. Dies, obwohl sein Vater, ein Bauer mit vier Kühen, immer wieder sagte, er solle doch für den Staat arbeiten. „Man braucht Mut um ein authentisches Leben zu führen. Denn wer neue Wege beschreitet, erfährt viel Kritik und Ablehnung. Später wird daraus Neid und am Schluss sagen sie einem, man habe einfach viel Glück gehabt“, weiss Betschart aus eigener Erfahrung. Unglücklichen Menschen rät er, sich zu hinterfragen, was Ursache ihres Zustands sei: „Was am meisten unglücklich macht ist, wenn Menschen passiv sind und nicht handeln. Das führt zu grossem Frust. Die Grundeinstellung, dass hinter jeder Wolke immer die Sonne scheint, könnte auch für sie sehr hilfreich sein.“

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