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Zum Muttertag: Besuch bei Familie Huwyler-Gwerder

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HuwylerIrene Huwyler-Gwerder aus Rickenbach/SZ glaubt, dass der Einsatz vieler Mütter unterschätzt wird. Die dreifache Mutter verrät, was sie sich von der Gesellschaft wünscht und warum ihre erste Schwangerschaft vieles verändert hat.

„Ich erinnere mich, dass der Muttertag in meiner Kindheit mit Stress verbunden war. Früh am Morgen ging ich für mein Mami Blumen pflücken und legte sie auf den Tisch. Dies alles musste natürlich passieren, bevor meine Mutter aufgestanden war“, erzählt Irene Huwyler Gwerder lachend. Fragt man die dreifache Mutter aus Rickenbach/Schwyz nach der Bedeutung des Muttertags, überlegt sie länger. „Für mich ist der Muttertag kein besonderer Tag. Wir zelebrieren ihn in meiner Familie auch nicht“, antwortet die 37-Jährige. Sie freue sich viel mehr, wenn sie spontan während dem Jahr Blumen von ihrem Mann kriege. Die Schwyzerin ist der Ansicht, dass ein einziger Tag sowieso nicht reicht, um all das, was Mütter für ihre Familien leisten, genügend wertzuschätzen. „Wichtiger finde ich es, dass meine Familie während des ganzen Jahres zusammen arbeitet. Und ich würde mir wünschen, dass die Gesellschaft den Müttern gegenüber mehr Anerkennung zeigt. Ich habe den Eindruck, dass das Muttersein manchmal belächelt und nicht richtig ernst genommen wird“, sagt die gelernte Winzerin und Kommunikatorin FH.

Mehr Flexibilität gefordert
Oft werde unterschätzt, wie viele Aufgaben die Mütter wahrnehmen und welchen wichtigen Stellenwert sie für die Gesellschaft haben würden. „Nicht alle Menschen wissen, was es heisst, Mutter zu sein. Vielfach ist es nicht möglich, alles zu planen. Was häufig vergessen wird ist die Tatsache, dass Kinder nicht immer so funktionieren, wie man es sich vorstellt. Wenn beispielsweise ein Kind krank wird, ist es für jede Mutter klar, dass sie für ihren Sohn oder ihre Tochter da ist.“ Zudem hofft Irene Huwyler, dass die Flexibilität der Arbeitgeber gegenüber Eltern künftig wachsen wird. „Ich finde es schlimm, dass Männer oft nicht die Chance bekommen, Teilzeit zu arbeiten und sich auch daheim zu engagieren. Auch wenn flexible Arbeitsmodelle in der Schweiz vielerorts gelobt werden, ist die Realität meistens anders. Vielen Vätern bleibt es verwehrt, ihr Pensum reduzieren und sich daheim engagieren zu können.“ Umgekehrt sei es auch für viele Mütter schwierig, wieder mit einem Teilzeitjob im Arbeitsmarkt Fuss zu fassen.

Wechsel durch Hormone
Auch Irene Huwyler wollte ursprünglich nach ihrer Mutterschaft wieder in einem Pensum von 60 Prozent tätig sein. Geplant war, dass ihr Mann Hugo 2 Tage pro Woche für die Kinder da sein würde. Doch mit der ersten Schwangerschaft und der damit verbundenen hormonellen Umstellung, wie sie sagt, sei es anders gekommen. „Ich änderte meine Meinung komplett. Mir wurde plötzlich klar, dass ich daheim bei meinem Kind bleiben will“, erzählt die Schwyzerin amüsiert. Zwar sei ihr Mann von dieser Idee nicht sofort begeistert gewesen, inzwischen habe er sich aber damit arrangiert. Heute sind Irene Huwyler und Hugo Gwerder glückliche Eltern von Anna (7), Regina (6) und Moritz (4).

Mutter und Weinhändlerin
„Die grösste Herausforderung für mich ist sicher, alles unter einen Hut zu bringen und dabei mich selber nicht zu vergessen. Ich probiere bewusst, zwischendurch Ruhe-Inseln zu schaffen. Doch eigentlich mache ich dies viel zu wenig“, sagt die dreifache Mutter. Ihr Anspruch, allen Kindern und ihrem Mann gerecht zu werden, sei nicht immer einfach. Denn nebst ihrer Rolle als Mutter und Hausfrau führt sie seit 2012 daheim in Rickenbach eine eigene Weinhandlung, die Irene Huwyler Weine GmbH. Sie schätzt die Abwechslung, die sie dank dieser Arbeit erfahren darf. „Es ist mir wichtig, dass ich das, was ich lernte und was mir am Herzen liegt, beruflich ausüben darf. Die Arbeit als Weinhändlerin macht mir viel Freude. Die Kinder finden es jedoch nicht immer toll, wenn Kunden vorbei kommen und ich absorbiert bin. Sie sind sich gewöhnt, dass sie mich mit niemandem teilen müssen und ich immer für sie da bin.“

Und dann tauchen sie plötzlich auf, die drei Kinder Anna, Regina und Moritz. Während sich Anna und Moritz sofort an die Mama schmiegen und sich vorerst lieber hinter ihrem Rücken verstecken, setzt sich Regina auf einen Stuhl. Wie ist ihre Mutter? „Gut“, antwortet die 7-jährige Anna. Ihr Mami sei nicht besonders streng und koche sehr fein, loben die Kinder. Die Mutter lacht. Dass sie 3 Kinder gebären und grossziehen würde, hatte sich so ergeben und war nicht geplant. „Hier auf dem Land sind Familien mit 3 oder 4 Kindern nichts Besonderes. Ich finde es schade für ein Einzelkind, dass es keine Geschwister hat. Wenn ich beobachte, wie schön meine Kinder streiten und wie gut sie zusammen spielen, freue ich mich. Ich geniesse den Zusammenhalt in der Familie sehr, so Irene Huwyler.

Ängste
Ehrlichkeit, Selbständigkeit und Bescheidenheit sind für sie wichtige Werte bei der Erziehung ihrer Kinder. Zwischendurch aber plagen die 37-Jährige auch Ängste. „Für mich ist es schwierig, loszulassen und meine Kinder in ihre Selbständigkeit zu übergeben. Damit habe ich immer wieder Mühe“, sagt sie. Der Kommunikatorin FH legt Wert auf einen klaren, jedoch nicht militärischen Stil in der Erziehung. Sie erachtet es als wichtig, dass ihre Kinder auch Freiheiten geniessen dürfen. „Ich hoffe darum für die Zukunft, dass ich eine pragmatische Mutter bleiben und meinen Kindern gegenüber Vertrauen haben werde, dass sie ihren Weg gehen. Vor allem wünsche ich mir aber, dass wir gesund bleiben und noch viel zusammen erleben dürfen.“

Weitere Informationen zur Weinhandlung unter www.irenehuwyler.ch

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